23.07. Sweti Nikola

Die Einreise ging problemlos. Auch das dumme Desinfektionsbecken gab es nicht mehr, bzw. es war leer.

Allerdings gab es vor der Vignettenausgabebude eine riesige Schlange. Ich stellte mich dann auch mal an und da pro Person etwa 5-10 Minuten benötigt wurden, hab ich mich mal auf etwa 2 Stunden Wartezeit eingestellt. Zum Glück wurde dann noch ein weiterer Schalter eröffnet und so wartete ich nur etwa 1,5 Stunden bei 36 Grad in der Sonne um mir die 5.-€ teure Vignette für 7 Tage zu kaufen..

In Schabla noch schnell Geld aus dem Automaten geholt und gleich daneben im Supermarkt noch alles für das Abendessen eingekauft. Wieder mal alles für griechischen Salat und eine Salami. Bulgarien hat zum Drecks Euro einen festgeschriebenen Wechselkurs von 1,96. Also genau die DM. Da weiß man wenigstens im Supermarkt was was kostet.

Danach bin ich die Küste entlang auf der Suche nach einem Schlafplatz. Leider nix gescheites gefunden, es waren überall so Erdölpumpen und Fässer, gar nicht schön. Scheint Erdöl in der Gegend zu geben. Leider klappte mein Google Earth mit dem Netbook nicht richtig, so das ich keine Sattellitenbilder von der Gegend habe.

Bei Sweti Nikola dann einen Feldweg etwa 3 km Richtung Meer gefahren, irgendwann schwenkte dieser nach Süden und endete vor einem verschlossenen Tor. Da es eh schon 16:00 Uhr war, blieb ich dann gleich dort stehen.

Es war wieder total einsam, nicht schlecht nach dem Trubel in Vama. Gegen Sonnenuntergang kamen unmengen so kleine Viecher die sich auf mich setzten. Sie machten zwar nix, kitzelten aber immer. War echt nervig, sahen aus wie Fruchtfliegen nur viel kleiner.

Nach Sonnenuntergang kamen dann auch die obligatorischen Mücken und ich verzog mich in das 33 Grad warme Auto. Als es so gegen 23:00 Uhr dann nur noch 28 Grad im Bremi hatte, bin ich ins Bett gegangen.

KM 60 

03.08. Kap Kaliakra

Heute bin ich dann erst mal zum Kap Kaliakra gefahren. Das ist ein Landzunge die zwei KM aufs Meer hinausgeht und bis zum 14 Jh. eine Festung war. Als die Türken das Land besetzten, wollten sie 40 Jungfrauen für den Harem des Paschas. Die 40 Frauen sind aber dann in der letzten Nacht vor der Übergabe gemeinsam über die Klippen gesprungen. Die Türken haben daher Festung und Stadt völlig verwüstet.

Man sieht noch ein paar Grundmauern und ein nettes kleines Museum in einer Höhle in der viele Schwalben nisten. Eintritt 3.-Mark

Danach bin ich noch nach Baltschik gefahren. Habe da einen Platz von Ralf aus dem Chat gesagt bekommen. Irgendwie bin ich da aber nicht hingekommen. Da war so eine doofe Schranke mit Mauthäuschen und da wollt ich nicht durch. Keine Ahnung was das gekostet hätte.

Habe mir dann einen Platz am Meer gesucht in der Nähe, damit ich mir morgen früh das Schloss von Baltschik anschauen kann.

KM 163

04.08. Baltschik

Am Morgen nach Baltschik gefahren. Auf dem Parkplatz vom Schloss wollten sie doch glatt 2.- Mark pro Stunde. Bin ich gleich weiter und hab mir nen kostenlosen gesucht.

Dort sogar noch WLAN gehabt, also viel besser als der teure Parkplatz. Und der Weg zum Schloss zurück, etwa 10 Minuten, ist auch noch schön unter schattigen Bäumen.

Das Schloss, bzw. das Gelände der ehemaligen Königin ist echt toll angelegt. Es ist eigentlich kein richtiges Schloss sondern ein sehr schöner großer Garten mit einzelnen Häusern. Man kommt sich vor wie auf einer Landesgartenschau. Alles sehr gepflegt mit vielen Brunnen, Bächen und Wasserfällen und vielen Blumenbeeten. Es ist gleichzeitig auch der Botanische Garten der Uni dort. Kann man un­beschränkt empfehlen! Danke für den Tipp an meine rumänischen Nachbarn aus Vama! Eintritt 5.- Mark

Danach ging es nach Varna. Dort noch den Meeresgarten angesehen, das ist der Stadtpark. Leider nicht sehr gepflegt, die Bäume müssten mal wieder geschnitten werden. Aber es war sehr sauber.

Kostet dafür auch nix.

Am Abend noch etwas gegessen und zum Steinwald etwa 20km außerhalb gefahren und auf einem Feldweg sehr ruhig übernachtet.

KM 68


05.08. Varna

Am Morgen kamen ganz aufgeregt zwei Securitytypen und störten beim Frühstück. Irgendwie wollten sie wissen was ich hier mache. Ich zeigte aufs Frühstück und sagte „Deutsch“, dann war alles klar und sie haben sich wieder verzogen. Da ich in der Nacht ankam, hab ich nicht gesehen, das da irgend was wichtiges in der Nähe ist. Die Einfahrt zu dem gesicherten Gelände war mit Stacheldraht und Beton­sperren derart gesichert, dass man nur mit Schlangenlinien in das Gelände kam. Wie früher an der DDR Grenze.Na ja, das denen erst beim Frühstück auffällt das da einer rumsteht, zeugt nicht gerade von Wachsamkeit.

Der Steinwald ist echt sehr schön. Es sieht stellenweise fast so aus, als wenn es ein umgestürzter griechischer Tempel wäre, so rund und hoch sind die Steinsäulen. Aber es ist wohl irgendwie Wasser in die Erde gesickert vor Millionen Jahren , ist auskristallisiert und dann hat sich darum ein Stein gebil­det, der härter war als das umliegende Gestein. Als dieses erodierte, blieben die Steinsäulen übrig.

In der Mitte gab es laut der Ticketverkäuferin einen runden Platz an dem früher irgendwas heiliges ge­macht wurde. Der Platz soll auch voll positiver Energie sein. War aber wohl gerade wieder abgeschal­ten, hab nix gemerkt.

Danach hab ich mir überlegt, dass ich mal wieder waschen müsste. Die Waschmaschine geht ja su­per, nur das Spülprogramm verbraucht viel Wasser, das ich nicht habe.

Daher dacht ich mir ich könnt mal in Varna nach einer Wäscherei gucken. Im Google auch eine gefun­den, ist aber jetzt ein Outletcenter hin gebaut worden.

In der Nähe zeigte Steffi eine Wasserstelle an. Bin ich dann gleich mal hin und tatsächlich da war ein Brunnen an dem die Leute Schlange standen. Hab mich dann auch brav hingestellt und meinen klei­nen Kanister gefüllt. Die waren alle mit 5-8 Kanistern da. Hab mir gedacht, iss halt billiger als das Wasser vom Supermarkt. Vielleicht irgend eine Mineralquelle?

Jedenfalls hab ich dann mal das Wasser von dem Kanister in den Wassertank geleert, aber nach ein paar Sekunden stieg mir ein fauliger Geruch in die Nase. Das Wasser stinkt nach Schwefel. Mist, jetzt hab ich so ein stinkiges Heilwasser im Tank. Es war noch nicht so viel, daher hoffe ich das der Ge­schmack nicht so schlimm ist.

Danach zu der zweiten Wäscherei gefahren, die Google ausspuckte und da war dann wirklich eine. Hab die gesamte Wäsche mit Handtüchern und allem was ich schon mal an hatte abgegeben. Haben sich ods über mein Ying Yang Waschmittel amüsiert, aber es dann doch genommen. In 4 Stunden ist die Wäsche ok, meinten die netten Damen dort.

Hab dann noch den Wassertank mit gutem Wasser von der Leitung der Wäscherei gefüllt und alle Ka­nister, danach hab ich einen kleinen Stadtbummel gestartet.

Varna ist im Zentrum ganz nett, nix wichtiges aber OK.

Um 5 Uhr war die Wäsche dann auch fertig, ein riesen Sack, gewaschen und gebügelt für 5.-Mark. Das iss ok.

Wollte dann noch in die Nähe von Nessebar, wo ich mir einen Platz am Meer rausgesucht hatte. Lei­der steht da jetzt ein Hotelkomplex und daher bin ich weitergefahren. An einem Ministrand mit übler Zufahrtsstraße hinter Pfuiteufel wollten sie für eine Nacht auf dem Camping mit kalter Dusche 20.- Mark. Das war mir dann doch zu viel und ich bin nen Hügel hoch und hab mich an den Rand einer un­geteerten Straße gestellt. Ist aber trotzdem ods was los hier. Alle 5 min kommt einer. Nach 11 Uhr ist es aber auch ruhiger geworden und dann sehr schön. Unten hört man das Meer rauschen, die Grillen zirpen, die Sterne sind ganz klar und das beste, es hat keine Mücken!

KM 102


06.08. Nessebar

Morgens dann nach Nessebar, mit einer Altstadt auf einer Landzunge gefahren. Parken war hundsteu­er, 3,50 die Stunde und der Ort wäre an sich sehr schön, wenn nicht jeder m² mit irgendeinem Ver­kaufsramsch ausgefüllt wäre. Von den netten Häusern kriegt man eigentlich gar nix mit, nur 2-3 Kir­chen sind noch ganz nett anzusehen. Da es irgendwie wie ein Riesen Shoppingcenter ausgesehen hat, hat mir 1 Stunde auch gereicht und ich bin weitergefahren.Nicht empfehlenswert!

Hinter Nessebar, man glaubt es kaum, noch einen schönen Strand gefunden ohne Hotelkomplex. Der wird gerade hochgezogen! Noch etwas im Wasser gewesen, dass hier schon viel Wärmer ist als in Rumänien. Dann weiter Richtung Burgas, das ich aber nur durchquerte.

Unterwegs kam ich bei Pomorie noch an einem Thrakischen Kuppelgrab vorbei. War sehr interessant! Eintritt 2.-

Danach noch in Sozopol die dortige Altstadt besichtigt. Anfangs ganz nett mit Parkähnlicher Zufahrt, dann oh Schreck schon wieder alles voller Ramschbuden. Aber hier war nach etwa 300m Schluss mit den Buden und dahinter konnte man schön die alten Häuser ansehen. Sehenswert!

Und dann war es auch nicht mehr weit zu Stefan, der mit dem LKW (www.myhomeismycar.com), an einem Strand steht. Hatten uns viel zu erzählen und die Biere waren auch gut. Ein sehr schöner Standplatz unter Bäumen.

Vor drei Tagen waren noch zwei andere da, die auch mit einem Bremi unterwegs nach Indien sind. Wäre nett gewesen mit Ihnen zu plaudern. Kann man nix machen. Vielleicht sehe ich sie ja noch?

KM 156


07.08. Am Strand

Heute erst mal ausgeschlafen und dann gemütlich gefrühstückt. Noch ne kleine Lötarbeit an einer Platine der Lüftersteuerungen gemacht, das Kabel war abgerissen. Danach mit Stefan an den Strand wo er eine Tasche voll Muscheln von den Felsen weiter draussen abschabte. Diese gab es dann mit Nudeln und Gewürzen zum Abendessen. Sehr lecker und frischer geht’s nicht.

Am Abend noch etwas in das Städtchen gelaufen, noch ein paar Biere getrunken und auf dem Heinmweg noch bei einem Bulgarischen Pärchen gemütlich am Lagerfeuer gesessen.

KM 0


08.08. Grenze Türkei

Am Morgen mal so gemächlich meinen Krempel wieder eingeräumt und im Auto aufgeräumt. Der 12V Wandler für das Notebook muckt. Muss ich mir in Istanbul was überlegen.

So gegen 14 Uhr vom Strand losgefahren, noch frisches Wasser geholt und alles gefüllt, dann noch an einem Supermarkt eingekauft. Stefan meint in der Türkei ist alles was verpackt ist viel teurer.

Stefan ist noch mit zum Supermarkt gefahren da er auch was brauchte. Haben uns dann verabschiedet. War echt toll bei Stefan auf seinem wunderbaren Standplatz.

Danach dann Rt. Grenze gefahren. Leider gibt es keine Küstenstrasse, so dass man 70km weit in Landesinnere fahren muss zum Grenzübergang. An der Küste wären es nur 17 km.

Die Strecke war aber sehr schön durch dichten Wald. Die Strasse zwar nix besonderes so das es nur langsam voranging, aber macht ja nix. Vor der Grenze noch vollgetankt und dann ab zur Grenze. Eigentlich hat sich nur der Bulgarische Zöllner für den Bremi interessiert. Ging aber ganz Problemlos.

KM 127

 


Bulgarien hat mir auch sehr gut gefallen. Die Leute sind sehr freundlich wenn man sie anspricht und das Land ist auch sehr schön. Leider wurde von bald nach der Rumänischen Grenze bis hinter Nessebar jeder Strand, wie in Spanien, mit Beton zugepflastert.

Auffallend ist, das viele öffentliche Einrichtungen wie Parks und Toiletten zwar vorhanden, aber in un­gepflegten Zustand oder schlichtweg geschlossen, verfallen sind. Man sieht, dass es hier früher ein­mal besser und schöner gewesen sein muss! Eigentlich schade, aber es wird wohl so sein, dass es seit der EU-Mitgliedschaft keinen mehr interessiert, wer sich die Taschen vollstopft und daher, nach­dem sich an dem Geldregen jeder so gut es geht bedient hat, für so was einfach kein Geld mehr übrig ist. Wenigstens der Müll wird noch weggeräumt.

Als Womobadeurlaubsland mit freistehen nur bedingt zu empfehlen, da bis auf die Grenzregionen fast alles verbaut und für das gebotene auch zu teuer. Wenn ich für einen Camping am Strand, an dem es aussieht wie in Jesolo, die Preise zahlen soll wie in Jesolo (vom Bier abgesehen, dass iss billger) kann ich auch gleich nach Jesolo fahren. Aber ich denke im Landesinneren wird es sehr schön sein. Werd ich mir mal auf die Liste nehmen als mögliches Inlandsurlaubsziel.

Nur noch ein anderes deutsches Womo gesehen, gestern an einem schönen Dünenstrand bei der Herfahrt. Anscheinend fliegt hier alles her. Ist auch recht weit mit dem Auto, habe in Varna die 3000km geknackt. Man könnte aber auch mit der Fähre von Venedig nach Igoumenitsa und dann nach Bulgarien, mal sehen.

Durchschnittskosten 10,77€ pro Tag

Spritkosten 69,82€